Am 13. Juni 2026 feierte das Evangelische Jugendwerk in Württemberg zusammen mit dem CVJM Weltdienst 60jähriges Bestehen der Partnerschaft mit dem YMCA Nigeria – Northern Zone.
1966 wurde der erste CVJM Sekretär, Fritz Mast, auf Anfrage des nigerian. YMCA nach Nigeria vermittelt, um den dortigen CVJM zu unterstützen. Niemand konnte damals wissen, dass 1967 der Biafrakrieg ausbrechen würde, der 2 ½ Jahre im Kampf um Unabhängigkeit und Öl Tausenden das Leben kostete.
Fritz und Brigitte Mast aus Grötzingen blieben in dieser Zeit trotzdem mit ihren Kindern in Kaduna, im Norden Nigerias. Dort entstand im Laufe der Jahre in Zusammenarbeit mit nigerianischen KollegInnen ein YMCA Youth Hostel, eine Ausbildungsstätte für Mechaniker, später eine Schreinerlehrwerkstatt in Bauchi, eine Landwirtschaftsausbildung in Ikposogye/Obi, an verschiedenen Orten Kindergarten- und Grundschularbeit. Alles stets verbunden mit der klassischen Jugendarbeit wie Jungschargruppen und Camps, Bible Study Groups u.a. Und bis heute wächst die CVJM Arbeit weiter an verschiedensten Orten – trotz unsicherer politischer Lage.
Auch wir vom CVJM Reutlingen unterstützen seit vielen Jahrzehnten diese Arbeit mit der jährlichen Weihnachtsaktion, dem Christrosenverkauf u.a. Für Günther Digel, der auch einige Jahre im Fachausschuss für Weltdienst mitgearbeitet hatte, war dieses Engagement ein Herzensanliegen.
Der Besuch von acht jungen Erwachsenen aus dem YMCA Nigeria, Northern Zone, vom 3.-15-6-26 in Deutschland war deshalb ein absolutes Highlight, nicht nur weil Visa-Genehmigungen heutzutage ein mittleres Wunder sind.
60 Jahre Partnerschaft im Rückblick feiern, hieß: sich besser oder neu kennenzulernen, unsere Lebenswelt den meist erstmals nach Deutschland Gekommen zu vermitteln, Besuche auf Bauernhöfen, Treffen mit Jugendgruppen, deutsche und nigerianische Spezialitäten genießen, gemeinsam austauschen: „wie geht es in der jeweiligen Gesellschaft“, „was sind unsere, was eure Themen“ und – last but not least: miteinander in die Zukunft zu blicken. Was können heute Aufgaben und Ziele der CVJM-Arbeit hier und der YMCA-Arbeit dort sein?
Kurzfristig kamen vier Frauen der Gruppe für zwei Tage zu Besuch nach Reutlingen. Die Familien Quack und Elwert durften Gastgeber sein.
Der Besuch des Asylcafés in der Allensteinerstr. gehörte zum Programm genauso wie ein interessanter Austauschabend im Kreise vieler Nigeria-Freunde aus Reutlingen und Umgebung.

Gekommen waren:
- Albrecht und Marita Ebertshäuser, die mit der ganzen Familie 7 Jahre in der Schulung und Ausbildung theologischer Mitarbeiter für die Kirche der Geschwister – EYN – in Mubi tätig waren.
- Sarah und Wilfried Böhmler… er ehemaliger Leiter der Mechaniker-Ausbildungsstätte (VTC) in Kaduna. Tochter Sarah engagiert sich aktuell im EJW Weltdienst mit einer online-Austausch-Plattform (https://www.ejw.link/sujada)
- Martin und Doris Salzer, 3 Jahre tätig in der Ausbildung junger Nigerianer zum Schreinerhandwerk in Bauchi (Vorgänger von Elwerts)
— Jürgen und Judith Quack, die mit ihrer Familie 6 Jahre im Norden Nigerias, in Gulak in der Lehrerausbildung tätig waren – dort, wo heute die Terrorgruppe Boko Haram ihr Unwesen treibt. Vermittelt waren sie von der Basler Mission und arbeiteten wie Ebertshäusers in der Kirche der Geschwister – EYN genannt.
-Peter Elwert, der mit seiner Familie von 1989-1993 die Schreiner-Ausbildung im Ausbildungszentrum und während des praktischen Jahres die Lehrlinge im Auftrag des EJW/CVJM begleitete, und - Elke Elwert, die 1975 erstmals im Rahmen eines Aufbaulagers nach Nigeria reiste und seitdem die Arbeit dort begleitet… selbst aktiv 1981 für 4 Monate zum Aufbau des YMCA Kindergartens, und 89 -93 zusammen mit Peter und Sohn Pepe. Der Englischunterricht der Schreinerlehrlinge und die Mitarbeit im Kindergarten und der damaligen Grundschule des YMCA gehörten für sie zum Alltag.
Deutlich wurde in der Begegnung, mit wie viel Hoffnung und Engagement die jungen NigerianerInnen für ihr Land da sein wollen. Aber auch, wie schwer sie es im Augenblick mit wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten haben. Es war großartig, die 4 jungen Frauen mit ihrem Engagement und ihrer Hoffnung für eine bessere Zukunft ihres Landes kennenzulernen:
Bathsheba Nerus (YMCA Programm Staff), Deborah Suleiman (YMCA Gombe State, Schneiderei), Josephine Joseph (YMCA Nasarawa State) und Patience Ajuma Moses (YMCA Kaduna, Jugendzentrum Kakuri).
Die Gruppe der Männer verbrachte die ersten Tage bei Familie Mutschler auf der Alb in Zainingen. Dazu gehörten
Caleb Chagga Timothy (Programm Director), Geoffrey Kakulu Saleh (Adamawa State), Linus Onyema (Bauchi State) und Dayak Joshua (Plateau State).
E.+P Elwert
