Wo ist denn Jesus?
Ich höre ihn nicht, ich sehe ihn nicht, ich fühle ihn nicht.
Nicht weit weg von der Jahreslosung fragt dies der Seher Johannes in der
Offenbarung…
Liebe C V J M – V e r s a m m l u n g!
Wo ist Jesus?
So können aber auch gestandene Christen fragen.
Vor 12 Wochen haben wir Weihnachten gefeiert und gesungen:
C h r i s t, d e r R e t t e r ist da.
Dann das Erscheinungsfest:
„Jesus ist kommen – Grund ewiger Freude.“ Aber wo ist er denn nun?
Für manche ist das eine bedrängende, bedrückende, belastende Frage.
Vielleicht sind aber auch heute Abend Personen hier, die den Schrei von tief innen
kennen: Wo bist du, J e s u s, du in die Krippe
heruntergekommener Gott? Wo bist du im Stall meines Lebens? Wo bist du,
wenn‘s wie in einem Stall ungemütlich wird und eng?
Und viele fragen: Wo bist du, Christus, in unserer unsicheren, gefährdeten Welt?
Wo die einen Angst haben vor der Klimakatastrophe,
Wo sich viele Sorgen machen:
bleibe ich einigermaßen gesund? Hält die Beziehung?
Reicht die Rente?
Wo bist du Jesus?
So hätte auch Johannes fragen können, in der Offenbarung.
Johannes’ öffentliches Bekenntnis zum auferstandenen Jesus m a c h t e i h m
z u s c h a f f e n .
Eigentlich waren die Römer ziemlich
tolerant in ihrem Reich.
Alle Menschen durften ihre Sprache und Kultur behalten.
Doch dann kamen die Christen dazu.
Und die verbreiteten sich mit rasender Geschwindigkeit im ganzen römischen Reich.
Sie passten nicht in die Gesellschaft der
gebildeten Griechen und Römer.
Jesus – ist der einzige Weg zu Gott.
Johannes konnte aber auf dieser Insel offensichtlich nicht zum Verstummen gebracht
werden.
Er war weiterhin mit seinen Gemeinden verbunden, die er schon vorher begleitet hatte.
Und das alles ohne Telefon oder Internet
Johannes war, so schätzt man, etwa 15 Jahre auf der Insel Patmos. 15 Jahre der
Einsamkeit, der Isolation. Warum? Weil er vor allem eines tut: s i c h a u f
G o t t k o n z e n t r i e r e n .
Was müssen wir dann heute tun, um die Macht von Jesus zu erkennen?
klar ist, dass wir auch Zeit brauchen, um zu erkennen, was wichtig und was unwichtig
ist im Leben…
Johannes findet in der S t i l l e zu Jesus
Wo ist Jesus heute? W i r f i n d e n A n t w o r t e n :
Jesus ist bei Gott
Johannes nennt:
„Ich wurde ergriffen am Tag des Herrn“.
Zum ersten Mal in der Bibel wird hier der Sonntag so
genannt: Tag des Herrn..
Das war ein Feiertag für die Christen.. sie feierten ihn – ihren Sonntag, warum ihn?
W e i l a n d i e s e m T a g J e s u s a u f e r s t a n d e n i s t .
Der Sonntag ist der erste Tag der Woche.
Ganz am Anfang erzählt die Bibel:
Am ersten Tag der Schöpfung sagte Gott: „Es werde Licht“ –
und es wurde Licht.
Und der Ostermorgen wurde der e r s t e T a g
d e r n e u e n S c h ö p f u n g .
Da wurde Jesus aus dem Tod gerufen –
in ein neues Leben, wo der Tod nichts mehr zu sagen hat.
wir lassen uns am Sonntag daran erinnern: Jesus ist
auferstanden. Er lebt.
Er hat alle Macht im Himmel und auf der Erde.
Offb 1, 9-18
Der Sonntag – ein Tag, der uns hilft, über unsere eigene Situation hinaus zu sehen.
Hinein in die noch verborgene Welt Gottes.
Wo ist Christus nun ?
Er ist nicht im Tod, nicht in Vergessenheit,
nicht nur in der Erinnerung. Sondern er ist im
Himmel bei Gott – dort, wo wir noch nicht sind.
Johannes darf für einen Moment dorthin schauen – wie durch eine kleine Luke.
Und – er sieht Christus bei Gott .
Johannes sieht.
Christus hält die ganze Welt in seiner Hand.
Aber ist er damit nicht doch w e i t weg? – so können wir jetzt fragen. Thront er
irgendwo
überm Himmelszelt und schaut aus der Ferne zu?
Jesus ist bei seiner Gemeinde
Aber sehen wir genauer hin, wo er steht: „Ich sah sieben goldene Leuchter“ – und
mittendrin Jesus Christus.
Keinem von denen, die Jesus nachfolgen, ist er fern.
Jesus ist bei allen Gemeinden, b e i u n s j e t z t, und auch bei allen anderen
Gemeinden in der Welt…immer ganz nahe.
Und Christen fragen sich immer wieder.
Sind wir nicht eher wie trübe Funzeln, wie flackernde Kerzen in der Zugluft der Welt,
voll Sorge,
Wo ist Jesus jetzt? Er ist bei Gott und er ist bei seinen Gemeinden.
Aber – wie merken wir das?
Offb 1, 9-18
Jesus ist, wo sein Wort verkündigt wird
Johannes berichtet:
„Ich wurde vom Geist ergriffen.“ Damit fängt seine ganze Vision an.
Johannes denkt sich solche Bilder nicht aus.
ich wurde e r g r i f f e n.
„Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der
wird euch alles lehren und euch
an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Jh 14,26).
Der Geist wird euch führen,
eure Gedanken lenken, euch die Wahrheit zeigen, euch zum Glauben ermutigen.
Darum feiern wir jeden Gottesdienst nicht mit der Begrüßung:
„Hallo, schön, dass ihr da seid.
Wir haben wieder ein interessantes Programm …
Sondern „wir feiern im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes“
Damit meinen wir: Jetzt soll Jesus in seinem Geist selbst bei uns sein,
uns leiten in dem, wie wir beten und singen, spielen, reden – und hören:
An jedem Sonntag und auch jetzt – in unserer Mitglieder-Versammlung –
soll sich etwas von dem wiederholen, was Johannes erlebte:
Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen. Gegen alle Ungeister,
Und was dann? Johannes sieht:
Christus hat sein Wort im Mund.
Es kommt heraus aus ihm, nicht schwach, sondern stark:
Sein Wort hat Kraft. Sein Wort bewirkt, was es sagt.
es verändert, es vergibt, es heilt, es schafft Neues.
Das gilt für alle seine Zusagen:
„Dir sind deine Sünden vergeben.“
Oder: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Oder: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhört.“
Wo ist Jesus? Er ist dort, wo sein Wort im Mittelpunkt steht, wo es verkündet wird.
Er ist da, wo wir es einander weitersagen, weiterschenken,
es zusprechen.
U n d –
J e s u s i s t b e i u n s
Ganz am Schluss schreibt Johannes: „Als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot;
und
er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir:
„Fürchte dich nicht! Ich bin der
Erste und der Letzte und der Lebendige.
Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von
Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Wie wichtig der Schlüssel ist, merken wir erst wirklich, wenn er nicht mehr da ist und
wir vor verschlossener Tür stehen.
In der Offenbarung nun steht der Gekreuzigte und Auferstandene vor Johannes.
Er hat die Schlüssel in der Hand. U n d …
Jesus ist der Einzige, der dies so von sich sagen kann: Herr des Lebens zu sein
und sogar über den Tod zu herrschen. „Ich habe den Schlüssel des Todes und der
Hölle.“
Und so segnet der auferstandene, mächtige Christus,
der den Kosmos in seiner Hand hält,
persönlich den Johannes.
„Fürchte dich nicht“ – sagt er.
Und so sagt er auch zu u n s, zu dir und mir: „Fürchte dich nicht!“ bei allem, was in
dieser Zeit kommt:
Oder, wenn der Alltag wieder da ist mit seinem Stress
Auch dann legt Jesus seine Hand auf dich und sagt: Hab keine Angst vor heute oder
morgen,
vor den Lasten,
Aufgaben, Herausforderungen des Lebens.
Fürchte dich nicht – auch nicht vor Tod und Hölle.
Denn ich habe den Tod besiegt und besitze den Schlüssel für die Himmelstür.
Liebe C V J M – V e r s a m m l u n g !
W o i s t J e s u s? – haben wir gefragt.
Er ist bei Gott, er ist bei seiner Gemeinde, er ist wo sein Wort verkündigt wird, und er
ist g a n z p e r s ö n l i c h bei jedem von uns – an jedem Augenblick, in jeder
Situation, an jedem Ort.
Denn er sagt: „Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Und
Wir stimmen ein in
Herr – Dein Wort ist unseres Fußes Leuchte
Und ein Licht auf unserem Wege…
Amen –
Eingerichtet für den CVJM in Reutlingen, Dieter Jahn, CVJM-Sekretär i.R.