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Geheimdienstbericht zu Ötzausfahrt 2020

Freitag, 11.9.2020:

 15.30 Uhr, langsam aber sicher treffen die ersten Objekte ein, alle laden unerwartet viel Gepäck aus. Die Stimmung ist ruhig und voller Vorfreude. Aus einem Tor im Boden werden diverse Plastikschalen und Kisten hochtransportiert und mitsamt Gepäck in ein großes rotes Auto, „Transe“ genannt geladen.

16.00 Uhr, die letzten Verdächtigten treffen ein, ein wenig später fahren die mutmaßlichen Täter ab, der Zielort ist unbekannt, es folgen keine Fahrzeuge.

20.00 Uhr, das Gefährt verlässt den Fernpass, es scheint auf dem Weg in das Wildwasserparadies Ötztal zu sein. Aufgrund des sich verschärfenden Verdachts des Wildwasserpaddelns wird die Beobachtungskapazität erhöht.

21.00 Uhr, das Objekt fährt auf den Campingplatz Längenfeld. Unter Scheinwerferlicht treffen sie dort unerwarteterweise auf weitere, verdächtig wirkende Personen. Alle anwesenden Personen scheinen sich zu kennen. Schnell wird die sog. „Jurte“ aufgestellt, es hat Ähnlichkeiten zu einem überdimensionalen Zelt. Interessanterweise bleibt es an diesem Abend leer.

Samstag, 12.9.2020:

06.30 Uhr, Gänzlich ungewohnt klingeln die ersten Wecker. Müde Gestalten treten aus ihren Zelten, Autos und Anhängern. Interessanterweise steht aber nur die Hälfte der verdächtigten Gruppe auf. Leise und heimlich schleichen sie sich eine halbe Stunde später mit ihren Plastikschalen vom Platz. Dieser heißen Spur wird hinterhergegangen.

 7.30 Uhr, die offenbar sehr eingeschworene Gruppe begibt sich am, im Fachjargon sog. „Einstieg“ der Köfelser ins Wasser. Gekleidet in ulkig aussehende Neoprenkleidung sowie Helmen und Schwimmwesten quetscht sich jeder der Tatverdächtigen in eine ihrer Plastikschüsseln und fahren nahezu suizidal in den wilden Strömungen. Völlig absurderweise scheinen alle Beteiligten jede Menge Spaß am Geschehen zu haben. In diesen Tatbestand wird weiterhin psychologisch ermittelt.

10.45 Uhr, Nachdem die mysteriöse Mission des Vortrupps erledigt ist trifft sich der Rest der Gruppe mit dem Vortrupp zu einer weiteren ungewöhnlichen Flussbefahrung. Nach Beendigung dieser Befahrung teilt sich die Gruppe ungewöhnlicherweise wieder. Am Rande der Beobachtungskapazitäten gehen Teile klettern, bleiben am Campingplatz oder paddeln weiter.

17.20 Uhr, nachdem die Gruppe wieder vollständig versammelt ist unterhält sie sich selber mit akrobatischen Übungen, Essen und Gesprächen über die ungewohnt langen Tage und das warme Klima. Keiner unserer Agenten konnte Einblicke über den Hintergrund dieser Gespräche erhalten. 

20.45 Uhr, nach beeindruckend langem Zuführen von Essen und dem hereinbrechen der Dunkelheit wird es überraschend still im Lager, die Jurte bleibt auch an diesem Abend unerwartet unbelebt.

Sonntag 13.9.2020:

6.30 Uhr, in alter Frische bimmeln wieder ungewohnt früh die Wecker. In nahezu identischem Verhalten wie am Vortag trifft sich ein Teil der Gruppe etwa eine Stunde später an der Venter ein, um ein weiteres Mal dieser ungewöhnlichen Sportart nachzugehen.

 11.00 Uhr, alle Teile der Gruppe treffen sich in Sölden wieder. In hohem logistischen Aufwand werden alle „Paddler“ dubioser Weise an verschiedenen, flussnahen Stellen verteilt. Ein weiteres Mal ergibt sich keinem Agenten ein tieferer Sinn oder eine Strategie hinter diesem Handeln.

13.30 Uhr, direkt am Campingplatz bewegt sich die auf dem Fluss versammelte Gruppe Flashmob-Artig aus dem Wasser und zu ihren Zelten hin. Verhaltensweisen wie diese wurden bisher noch nie beobachtet.

14.00 Uhr, langsam fängt die Gruppe an sich umzuziehen und das komplette Camp abzubauen. Die Schnelligkeit und Präzision in welcher dies von statten geht ist einzigartig und zeugt von Übung. Scheinbar konnte die Gruppe viele bisherige Aktivitäten geheim halten.

16.00 Uhr, In ähnlichem Gespann wie bei der Anreise verlässt die Gruppe in verschiedenen Teilen den Campingplatz. Auf dem Heimweg gibt es keine verdächtigen Aktivitäten. Nichtsdestotrotz drehen sich die Gespräche um unbekannte Begriffe wie: Schwimms, Monsterwalzen und Stiefelbiere. Auch der klare Wunsch nach einer Wiederholung wird laut.

Fazit:

Die beobachtete Gruppe verfolgte im Zeitraum der Unterwanderung, entgegen sämtlicher unkonventioneller Handlungen keinerlei kriminelle oder illegale Handlungen. 

Der Mangel an Insiderinformationen bedarf jedoch weiterer Unterwanderungen. 

Laut Gerüchten der Szene ergibt sich die Gelegenheit dazu bei zwei ähnlichen Gruppenzusammentreffen im Jahr 2021.

 In diesem Sinne bis dahin!!!

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