Ein Blick zurück – Wie wurde vor ca. 40 Jahren zu „Meetings“ eingeladen?

In diesen Zeiten mit Quarantäne überkam mich der Wunsch, mal wieder auszumisten und bin dann auf einen Brief vor der Jahrtausendwende gestoßen – ein fast schon antiquariat-verdächtiges Relikt aus der analogen Zeit.

Um was ging es?

Eine Einladung zu einem Mitarbeiterabend im CVJM – nichts Spektakuläres, nur, wenn ich das mit der heutigen Kommunikation vergleiche, so sind mir einige Dinge aufgefallen, die es so nicht mehr gibt:

  1. Ein Brief! – keine Nachricht per whatsApp oder facebook.
    Der Brief wurde damals nicht per Post versandt, sondern lag, wenn man bereits Mitarbeiter war, in einem Mitarbeiterfach – ich meine, dieses war in einem Schrank im Büro mit Rollladen untergebracht.
  2. Dennoch war der Brief ordnungsgemäß auf dem Umschlag adressiert – mit der Schreibmaschine! Sondelfingen erhielt zu jener Zeit den Zusatz „17“, damit man sich das Schreiben erleichtern konnte. Auch konnte man auf die hinteren NULLEN der Postleitzahl verzichten wie z.B. 7 Stuttgart oder 8 München.
  3. Was geblieben ist? Weder die Adresse noch die Telefonnummer unseres CVJM
  4. Was noch auffällt: in jener Zeit war das Logo des CVJM Reutlingen aufgefrischt worden!

Der Nachteil der damaligen Schreibmaschine war, dass man keine Textbausteine speichern konnte, sondern ALLES stets von neuem schreiben musste. (Manche nutzen ihren PC heute auch noch so). Außerdem gab es damals keinen Kopierer. Diese Funktion wurde durch Hektografieren gemacht (ich erinnere mich noch gut, wie man an dem Lösemittel schnuppern konnte).

Wer mehr wissen möchte: https://de.wikipedia.org/wiki/Hektografie

Also musste der Brief auch mit der Schreibmaschine geschrieben werden. Wegen der vorgesehenen Vervielfältigung wurde spezielles Papier (Matrize) verwendet. Eine Fehlerkorrektur konnte nur durch Abkratzen auf der Rückseite mit einer Rasierklinge und erneutem Anschlagen durchgeführt werden (wenn man das wieder korrekt ausrichten konnte!). Wie man sieht, hat unsere damalige Sekretärin, Toni Fröhlich, fehlerlos getippt. Und schon damals wurde „Recycling-Papier“ verwendet! ..und sogar noch halbiert!

Was zum Inhalt noch auffällt:

Der Brief wurde am Dienstag 12.10. geschrieben und der Termin war bereits am Montag 18.10.82. Obwohl dies auch in der heutigen Zeit knapp erscheint, war dieser knappe Vorlauf kein Problem: als Mitarbeiter war „man“ sowieso ein paarmal in der Woche im CVJM-Haus und konnte die Infos mitnehmen. Anmeldung war für solche Veranstaltungen nicht notwendig, denn man war einfach (wie selbstverständlich) dabei – es gab in jener Zeit noch nicht die Einstellung, zu warten, es könne kurzfristig was „Besseres“ kommen.

Und noch was: es gab nicht nur Jungs, sondern auch genauso viele weibliche Mitarbeiterinnen, die auch eingeladen waren und gekommen sind, obwohl sie nach heutiger Gender-Sprache gar nicht eingeladen waren. Habt Ihr das überhaupt gemerkt?

Mit einem Schmunzeln grüßt ganz herzlich

Frank Ziegler, Sondelfingen.

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