Ötz 2019 – Ein Kajakzeugenbericht

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„Das erste, was ich hörte, war ein genervtes ‚Warum tue ich mir das eigentlich an?‘. Scheinbar wurde vorhergesagt, dass es kalt werden sollte. Doch meinen Freunden und mir war das eigentlich egal, wir sind schließlich Kälte gewohnt. Ich habe nie verstanden, weshalb man als Paddler unbedingt zwölf Schichten anziehen muss. Wir schaffen das doch auch ohne. Naja, egal. Jedenfalls befanden wir uns kurz darauf fest verschnürt auf einem Anhänger. 

Nach einer Fahrt durch die recht oft scheinende Sonne kamen wir schließlich erst bei der Imster Schlucht an. Die Imster ist eine alte Bekannte von uns. An diesem Tag war sie aber noch etwas verschlafen und daher weniger aufgeregt. Was aber niemanden davon abhielt, Spaß am Paddeln zu haben. Schließlich war das alles nur der Vorgeschmack auf das, was die nächsten Tage noch kommen würde. Und hey, Sport ist Mord Spaß. Wir konnten uns alle nicht beklagen.

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Eigentlich dachten wir auch, dass es mit der Hinfahrt und der Imster an diesem Tag genug gewesen wäre, doch kaum waren wir auf dem vier Sterne Campingplatz angekommen, hieß es ‚Wir gehen nochmal paddeln; schnell die Zelte aufbauen und dann gehen wir los!‘. Zwar war die Definition von ‚schnell‘ etwas fragwürdig, aber nichts desto trotz ging es noch am selben Tag zu meiner langjährigen Freundin, die Ötz. Ich habe sie vermisst, das kann ich sagen. Und scheinbar ging es nicht nur mir so, denn alle hatten äußerst viel Spaß bei der Befahrung.

Wieder am Campingplatz angekommen hörte ich interessanten Gesprächen zu. ‚Hast du schon geduscht?‘ – ‚Nein…‘ – ‚Du musst unbedingt in die oberen Duschen gehen, die haben eine Regendusche!‘ Andere wiederum diskutierten das Programm für die nächsten Tage. Ich legte mich aber einfach schlafen. Schließlich hatte ich ja kein Lagerfeuer, an dem ich mich wärmen konnte. Das war in der Jurte.

Am nächsten Tag ging es dann für manche zum Wandern / Klettersteig, andere gingen auf die Untere Ötz. Zwar kenne ich die Strecke inzwischen auch schon sehr gut, neu war jedoch, dass eine Paparazzi des Öfteren Bilder von uns machte. Auch die nächsten Tage habe ich sie immer wieder gesehen. Und aus geheimen Quellen habe ich erfahren, dass es auf der CVJM-Homepage einen Zusammenschnitt aus den verschiedenen Bildern geben wird.

An diesem Tag ging es nach einer etwas längeren Fahrt aufgrund von Baustellen zusätzlich noch an die Untere Venter. Auch hier kam jeder wieder voll auf seine Kosten, auch wenn dieses Mal nur die stärkeren Paddler dabei waren. Aber ich konnte mich definitiv nicht beschweren, das Wasser war traumhaft (kalt) und im letzten Drittel schien sogar die Sonne. Und weil Menschen scheinbar nicht so gut wie wir die Kälte aushalten können, verschwanden die meisten direkt nach Ankunft auf dem Campingplatz in die Sauna. Ich legte mich – wie immer – schlafen.

Ein neuer Tag, aber noch dieselben verfrorenen Gesichter. Am Samstag gingen wieder einige wandern, doch der größte Teil ging Paddeln. Es gab ein straffes Programm, erst die Untere Ötz, dann die Köfelser Strecke und abschließend die Obere Ötz. Dazwischen wurde sich im Transit aufgewärmt, was zu lustigen Situationen führte. So beschwerte sich die Fahrerin, dass sie im Top fahren müsse, weil ihr sonst zu heiß wäre, während acht Paddler zähneschnatternd im Auto saßen. Davon abgesehen beklagte sich niemand, gab es doch heute richtige Action. Und ich kann nur zustimmen, das war wirklich ein richtig guter und anstrengender Tag.

Was man vor allem auch am nächsten Tag bemerkte, da hatten nämlich sowohl meine Freunde und ich, als auch die Menschen eher kleinere Augen. Es wurde jedoch gemunkelt, dass es bei Letzteren auch an einer eher kürzeren Nacht gelegen haben könnte. Doch nichts desto trotz ging es auch am letzten Tag noch einmal auf die Ötz. Da hatten noch einmal alle ihren Spaß und der ein oder andere hat vielleicht noch etwas Neues gelernt. Danach wurden wir wieder abreisefertig verschnürt und der Transit beladen. Es stand nämlich eine doch eher lange Rückfahrt durch einige Staus an. Schließlich kamen wir aber abends in Reutlingen an. Nachdem fast in Rekordzeit abgeladen wurde, kehrte schließlich auch bei uns wieder langsam Ruhe ein und wir genossen Temperaturen von über durchschnittlich 10°C. Aber jetzt wird’s spät, ich leg mich wieder hin. Der Winterschlaf ruft.“

Anmerkung [sic]: Falls jemand es nicht bemerkt hat, es handelt sich hierbei um den Bericht von der diesjährigen Ötzfreizeit aus der Sicht eines Kajaks. Es war wirklich eine tolle Freizeit, vielen lieben Dank an alle Beteiligten und natürlich besonders an die GO’s Juli und Michi. Wie immer: Leuts, war schee mit euch, bis zum nächsten Jahr! Und übrigens, auf der Homepage sollte schon ein Film hochgestellt sein bzw. die Tage erscheinen. Da sind dann noch einmal ein paar mehr Bilder von der Freizeit zu sehen.

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