Es waren einmal Paddler in Osttirol

Es war einmal eine Gruppe aus 19 abenteuerlustigen Heldinnen und Helden. Der Großteil dieser Gruppe traf sich einst an einem schönen Donnerstagabend, um grob über ihr nächstes gefährliches Abenteuer zu reden. Bereits neun Tage später wurde das Besprochene dann umgesetzt. Viele fleißige Helden luden Boote und den Großteil des zum Camping benötigten Gepäcks, während die großen und weisen Organisatoren sich in Kroatien am Strand sonnten.

Zu sehr unchristlicher Stunde fuhren die ersten Fahrzeuge am Samstagmorgen in Richtung Lienz. Dort angekommen trafen sich die rote Vereinsrakete und ein Wohnwagen. Die erste Problematik offenbarte sich: Wie sollte man den schier unendlich scheinenden Platz gerecht unter den Zelten und Wohnwägen aufteilen? Nach einer kurzen Diskussion war der Plan jedoch fertig. Die Jurte hier, der Wohnwagen da, der Rest irgendwo dazwischen. Es war komplizierter, als es klingt. Nach und nach trafen die restlichen Helden ein, bis die Gruppe zum späten Abend auf knapp 20 Wagemutige anwuchs. Die Jungspunde hatten noch zu viel Energie und paddelten daher gleich wild drauf los. Sie bezwangen ohne Probleme die Isel abwärts des Campingplatzes.

Abends suchte ein Teil der Gruppe todesmutig etwas Holz, nur um dann zu erfahren, dass es am Campingplatz schon fertiges Holz gab. Doch trotz viel Holz und einer Umgebung, wo die Gruppe bis spät nachts auch Mal etwas lauter sein dürfte, waren die ersten Abende ohne Feuer und doch sehr still. Man munkelte, es lag an dem umliegenden Wald und der stetig drohenden Wettervorhersage „Es wird morgen regnen“. 

Am Sonntagmorgen paddelten alle das am meisten befahrene Stück der Isel. Direkt am Anfang wagten sich nur die Erfahrenen in das Wasser, aber mit einem zweiten Einstieg konnte auf alle Bedürfnisse eingegangen werden. Für Wenige, noch nicht vollständig ausgelastete Paddler wurde dieses auch zweimal gepaddelt. Der Rest genoss den abenteuerlichen Campingplatz. Montagmorgen teilte sich die Gruppe in zwei. Die eine Hälfte fuhr an die Drau, um festzustellen, dass für manche ein Stein ein Endboss sein kann; Die andere Gruppe erklomm währenddessen die Galizenklamm. Ob zu Fuß, im Rucksack oder auf allen Vieren voran die Wände hoch, jeder kam voll auf seine Kosten. Um die bösen Geister fernzuhalten, die die geschwächten Teilnehmer hätten nachts heimsuchen können, wurde dann abends endlich das lang ersehnte Feuer angezündet. Dadurch gab es zwar eine kurze, aber doch sehr erholsame Nacht. Somit konnte am Dienstag zum ersten Mal auch deutlich schwerer gepaddelt werden, zumindest für den motivierten Teil der Gruppe. Zuvor ging es jedoch morgens erst einmal ganz gemütlich die untere Isel mit allen herab. Man erzählte sich, dort bewiesen manche Paddler besondere Fähigkeiten, wie die hundertfache (freiwillige) Eskimorolle. Mittags machte sich der hochmotivierte Teil der Gruppe auf den Weg zur hinteren Isel. Auch dieser Flussabschnitt konnte problemlos bezwungen werden, die wackeren Helden strahlten nur so vor Spaß. Abends ging es natürlich noch in die Jurte, um gemütlich am Lagerfeuer in die Nacht zu starten. Zu deutlich späterer Stunde gab es noch spontanen Besuch in der Jurte: Zwei Orts- und Vereinsfremde hatten ihr Hostel verloren. Nach kurzer Hilfestellung konnten sie aber weiterfahren.

Am Mittwoch waren die ein oder anderen von der erhitzten Nacht am Feuer noch etwas müde. Es wurde sich daraufhin wieder in mehrere Gruppen aufgeteilt. Ein Teil paddelte mal wieder die Isel bis zum Campingplatz, ein anderer wanderte auf schöne Berge oder fuhr mit dem Rad herunter. Eine dieser Gruppe bestätigte bei ihrer Aktivität die schon einige Tage zuvor gewonne Erkenntnis: Ein Stein bzw. der Boden kann ganz schön hart sein. Doch auch diese Schwierigkeit konnte überwunden werden.

Der Donnerstag begann mit einer traurigen Nachricht. Ein großer Teil unserer Gruppe musste die Heimreise antreten. Der glückliche Rest teilte sich erneut in zwei Gruppen. Die eine zum Paddeln, der Ruf der Isel war immer noch nicht verstummt, und danach anschließend noch ein Klettersteig; die andere Gruppe zum Klettern mit gemütlichem Ausklang in einer Alm. Nach einer weiteren entspannten Nacht brach der Freitag an. Es wurde erneut die Drau gepaddelt, zu Beginn sah auch noch alles gut aus. Der Pegel stand gut, die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Doch kaum waren die Helden eingestiegen, verschwanden die Wassermaßen auf magische Weise, der Pegel war… bescheiden. Wieder ein Schluck zu wenig Wasser, wieder der Boden etwas schmerzhaft. Doch es wären nicht die wackeren Kanutenhelden, wenn die Stimmung nicht einfach wieder gehoben werden könnte. Dieses Mal ohne Eis, dafür mit dem Vorschlag, der ansässigen Sommerbobbahn einen Besuch abzustatten. So ging es mit der Gondel hoch. Ein paar ließen sich nicht davon abhalten, ein kurzes Bad zu nehmen. Währenddessen vergnügten die anderen sich in Streichelzoo. Nach noch einem bisschen Warten konnte es dann aber weitergehen. Die Gruppe raste hintereinander den Berg herunter. Ob groß oder klein, alle freuten sich über die nette und rasante Fahrt.

Der Samstag brach nach einer wieder etwas längeren Nacht heran. Am Morgen stellte sich die alltägliche Frage, was denn wohl Schönes gepaddelt werden würde. Die Antwort war einfach: Isel. Heute war der Pegel nochmals etwas niedriger und die stärkeren Helden stiegen daher noch einmal etwas weiter oberhalb ein. Ab dem eigentlichen Einstieg drehten wir den Spieß um, heute paddelte die Jugend den etwas Älteren vor. Bildung und Übung muss, darf schließlich auch im Heldenurlaub nicht fehlen. Hat aber super geklappt, noch einmal ein dickes Lob 🙂

Der Rest des Tages wurde gemütlich verbracht. Sonntagmorgens wurde alles gemütlich und trocken eingepackt und dann ging´s zurück gen Heimat.

Und die Moral von der Geschicht‘: 

1. Steine mögen Paddler nicht. Die ein oder anderen tun etwas weh.

2. Ja, es ist cool einen Wohnwagen in der Kochgruppe zu haben. #campingdeluxe #premiumessen #derdeluxegeschirrwagen

3. Auch die größten Gamer verlieren ihr Pokerface, wenn eine (sehr) junge Prinzessin auf ihrem Schoß sitzt.

4. Als GO muss man nicht immer anwesend sein, Hauptsache man hat fähige Vertretung.

5. Bei der Morgenandacht erst unter den eigenen Tisch schauen bevor man andere verseggelt.

Anmerkung vom Ghost Writer: Eine wunderbare Freizeit, die trotz erhitzten Diskussionen, dem stets drohenden aber nie eintretenden Regen und oftmals denselben Flüssen unglaublich viel Spaß gemacht hat. Eine coole Gruppe (und im Zweifelsfall Eis) rettet einfach alles. Vielen Dank an die GOs Juli und Michi bzw. ihre fähige Vertretung!

Mr sieht sich, machets guat! Und kommet se zur Ötz!

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