Studie über das Wesen der gemeinen Kanuten (Homo paddlus reutlingeriensis)

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Aus dem staubigen Dachboden zog ich diesen Bericht meines früheren ich‘s, in dem ein sonderbares Zusammenkommen von sogenannten Kanuten des CVJM Reutlingen beschrieben wird:

Das mutmaßliche Zusammentreffen erfolgte am 19.05. bis zum 31.05.2018, im so genannten „Pfingstferien“-Zeitraum, nach langer Anreise in Südtirol Nähe Bozens und Merans. Dort, auf dem Campingplatz Passeier Meran, trafen die Kanuten Stück für Stück zusammen und schlugen ihr Lager auf. Anscheinend aber mit einigen Problemen, denn nicht nur war es schon fast ein Kunststück mit dem Auto auf das erhöhte Plateau oberhalb des Campingplatzes zu kommen, sondern genoss man zudem auch noch einen unebenen und steinigen Untergrund. Von der versprochene Wiese war nichts zu erahnen. Dafür hatte man seine Ruhe, einen schnellen Weg zum Swimmingpool und durfte sogar Feuer machen.

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Sofort nach Ankunft wurde das Herdenversammlungszelt die „Jurte“ aufgespannt, in dem abends dunkle Rituale bei Feuerschein abgehalten wurde, man sich Weisheiten weitergab und bei schlechtem Wetter – welches häufiger als gehofft auftrat – auch in kleinere Rudel aufgespalten kochte. Ein erwähnenswertes Ritual dieser sonderbaren Herde war das Ausspielen des sogenannten „Wanderpokals“, bei dem sich alle Kanuten in verschiedensten Spielen messen durften. Ein weiteres Ritual war das Massenschlemmen, dem „Pfannkuchenessen“ bei dem jedes Rudel für die Herde verschiedene Soßen zubereitete. Diese wurden dann an zweigeteilter Großtafel auf Pfannkuchen verkostet. Es endete in einem chaotischen Gerangel, bei dem so mancher Stuhl sein Leben lies.

Hervorzuheben ist auch das gemeinsame Kanalbauen und Abdichten der Zelte, wegen des wie oben schon erwähnten anhaltenden nächtlichen Regenfällen. Dies hielt jedoch die Hartgesottenen nicht davon ab, sich mit ihren Kajaks, auf jeden Fluss zu stürzen, der nur irgendwie mit der Ausrüstung zu erreichen war. So bezwangen sie nicht nur den Regen, sondern auch die Passer und Etsch. Auf Letzterer gingen sie sehr fürsorglich mit den Jungtieren um und unterrichteten mit Ruhe und Geduld diese in der Kunst des Wildwasserfahrens. Leider ist es mir nicht möglich hier weiteres zu beschreiben, da ich aus körperlichen Gründen für die Hälfte aller Befahrungen außer Gefecht gesetzt war. Zur Abwechslung begab man sich zum Ende der ersten Wochenhälfte in ein anderes Gewässer: Die „Meraner Therme“, welche in der großen Stadt Meran lag, welche ebenfalls von einer kleinen Gruppe, mich eingeschlossen, als Alternativprogramm besichtigt wurde.

Ich spreche hier von zwei Wochenhälften, da am 26.05. fast die gesamte Herde weiter nach Bruneck zog, auf den „Campingplatz Schießstand“, wo die nun etwas ausgedünnte Herde auf neue Kameraden stieß. Mit diesen stürzten sie sich, wer hätte es gedacht, erneut auf die dortigen Gewässer, wie die Etsch, Ziller und Co. Dieser Campingplatz war anders, unter hohen Bäumen genossen wir die Ruhe eines fast leeren Platzes und erfreulich für die Jungtiere: mit WLAN.

Nach 12 ereignisreichen Tagen, pilgerten die Kanuten, mit vielen Erlebnissen in den Gedanken heim. Wobei sie es auch nicht versäumten, den neuen Transit nach allen Regel der Kunst an seine Grenzen zu bringen, ob Kitzelangriffe, Essensgelage oder „interessanter“ Musik, alles musste der Arme ertragen. Aber nun ist er wenigstens abgehärtet für die nächste, hoffentlich genauso aufregende Pfingstfreizeit. 

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Hier also mein Resume über diese äußert interessante Herdenzusammenkunft in Tirol:

Nach eingehendem Studium im Verlauf der aufregenden Tage, kann ich sagen, dass man hier den Kanuten als wasserfestes, essbegeistertes und äußerst geselliges Wesen beschreiben kann. Es lohnt sich, sich der Herde bei dieser einmaligen Pilgerfahrt anzuschließen und am Zielort so manches Abenteuer mitzuerleben oder einfach nur in der Hängematte zu liegen und zu lesen. Dafür ein Dank an Iska undJacques, dass alles so hervorragend geklappt hat und ich mir so ein gutes Bild von den Kanuten des CVJM machen konnte.

– Maxi 

Anmerkung von einem ominösen wissenschaftlichen Korrekturleser: 
Wer mehr über dieses merkwürdige Rudel erfahren will und Lust auf viele Bilder hat, kann gerne auf Instagram vorbeischauen. Unter dem Account „paddle_people“ (www.instagram.com/paddle_people) melden wir uns stets, wenn es etwas Neues zu berichten gibt. Auch wenn es bloß Haferflocken-klauende Spatzen sind.

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